Prämiert
beim Vorarlberger Holzbaupreis 2011
Auszeichnung Kategorie Mehrfamilienhaus

Bewertung der Holzbaupreis Jury

Sichtbares Stapeln

Zwei Zwillingsbrüder und ihre Eltern haben sich dazu entschlossen, ein Generationenhaus zu bauen. Also haben die Architekten Hein und Troy aus ihrem Einfamilienhaus aus den 60er-Jahren ein Haus für drei Familien gemacht. Das Weiterbauen unter Bewahrung von möglichst viel bestehender Bausubstanz war ihr Thema. Trotz Verdoppelung der Wohnfläche konnten sie die wertvolle Gartenfläche mit schönem Baumbestand erhalten. Das Projekt zeigt exemplarisch auf, dass auch auf einem Grundstück mit weniger als 800 m² so verdichtet werden kann, dass Großzügigkeit entsteht.

Zwei über das alte Haus aufgestockte Baukörper ragen markant bis zu 5 m über das Grundstück. Das nennt man sichtbares Stapeln. Die Komposition der Baukörpermasse sorgt für eine Plastizität, die an einen Bau der Pueblo-Indianer erinnert. Sowohl im Grundriss als auch im Schnitt entstanden spannende räumliche Verschränkungen. Durch die gut überlegte Anordnung der Räume und die Variation von Loggien, Innenhof und Zugängen können alle Bewohner, so nahe sie zusammengerückt sind, privat sein.

Die Aufstockung mit den anspruchsvollen Auskragungen haben die Architekten mit leistungsfähigen, hochgedämmten Holzelementen konstruiert. Das Dach haben sie aus Brettstapeldecken bauen lassen. Für die horizontale Fassadenverkleidung mit schönen Details wählten sie Weißtanne.

Beim Aufstocken und Erweitern ist der Altbau ebenfalls energetisch saniert worden. Die Haustechnik mit Wärmepumpe, Holzspezialkessel und Wärmerückgewinnung reduziert trotz Verdoppelung der Wohn-
fläche den Heizwärmebedarfs unter den ursprünglichen Verbrauch.

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