Kindergarten, Bizau

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Planung: Bernardo Bader Architekten, 6850 Dornbirn
Ausführung (Holzbau): oa.sys baut gmbh , 6861 Alberschwende, Holzbau Renato Huber, 6881 Mellau
Baumeisterarbeiten: Reich Bau, Au, 6883 Au

Prämiert
beim Vorarlberger Holzbaupreis 2011
Auszeichnung Kategorie Öffentliche Bauten

Bewertung der Holzbaupreis Jury

Subtil und gekonnt

Ein malerischer Kontext prägt den Ort, wo der neue Kindergarten gebaut worden ist. Die bestehenden Bauten in der unmittelbaren Umgebung sind Zeugen einer überlegten Baukultur. Und Bernardo Bader schreibt dieses Ensemble fort. Die Bezüge in die Landschaft, zum Dorf und zur regionalen Architektur sind die Themen seines Entwurfes. Subtil und gekonnt setzt er sie um.

Analog zu den Nachbarbauten hat er den neuen Kindergarten als solitären Körper an den Weg in die Reihe gesetzt. Mit den präzis dimensionierten Außenräumen reagiert er auf die Körnung der Zwischenräume der dörflichen Struktur. Die Proportionen des Baukörpers, die Schindelbekleidung in Weißtanne, das knapp geschnittene, blattartige Vordach und die Fensterfassungen nehmen Bezug zur traditionellen regionalen Architektur ohne historisierend zu wirken. Die Setzung und die Proportionen der Band- und Lochfenster gewähren Ein- und Ausblicke am richtigen Ort und zeichnen das Haus als öffentliches Gebäude aus.

Die innere Raumdisposition besticht durch eine pragmatische, rationale Aufteilung im Grundriss. Trotzdem sind die einzelnen Räume wegen ihrer unterschiedlichen Ausblicke, Raumhöhen und der Materialisierung überraschend reich. Die Nuancierung von einheimischen Tannen- und Eschenholz schafft eine anmutige Raumstimmung und erinnert an Stuben. Die handwerkliche Verarbeitung zeugt von hohem Können und baukulturellem Verstand. Den Kindergärtlern wird die räumliche Erfahrung und die Begegnung mit dem vor Ort gewonnen Baustoff Holz nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Ganz im Sinne der regionalen Wertschöpfung und der aktuellen Holzbautechnik haben Bauherr und Architekt entschieden, das gesamte Tragwerk mit Wänden, Decken und Dach aus einheimischem Holz zu bauen. Dessen nicht genug: Der Kindergarten ist auch ein Passivhaus. Seine Energiekennzahl liegt bei bemerkenswerten 13 kWh/m²a. Dies alles zeugt von Weitsicht, Wertschätzung und Weiterentwicklung der Baukultur im Bregenzerwald.

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