Feuerwehr u. Kindergarten, Thüringerberg

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Planung: Mag. Arch. Bruno Spagolla, 6700 Bludenz
Ausführung (Holzbau): Zimmerei Heiseler, 6731 Sonntag, Kaspar Greber Holz- u. Wohnbau GmbH, 6870 Bezau
Baumeisterarbeiten: Tomaselli Gabriel BauGmbH , 6710 Nenzing

Prämiert
beim Vorarlberger Holzbaupreis 2011
Preis Kategorie Öffentliche Bauten

Bewertung der Holzbaupreis Jury

Umweltfreundlich und komfortabel

Die gemeinsame Geschichte zwischen Bruno Spagolla und der Gemeinde Thüringerberg fing um 1990 an, als er mit dem Sunna-Saal eine Veranstaltungs- und Turnhalle konzipierte, die auch als Extrazimmer für das benachbarte Gasthaus „Zur Sonne“ fungieren konnte. Dies war der erste Schritt, um diesem typischen Walserdorf mit 700 Einwohnern, das von einer breiten Straße durchtrennt ist, eine lebendige Mitte zu geben. Zwanzig Jahre später hat der Bau eines Feuerwehrhauses aus Beton in Kombination mit einem Kindergarten aus Holz das öffentliche Geschehen im Ortskern ergänzt. Damit wurde der Ortseingang auch klarer definiert. Die Hangsituation wurde geschickt genutzt, um die Baumasse zu verringern und einen den Kindern angepassten Maßstab zu gewährleisten. Die Rampe, die von der Straße zur Spielgruppe und zum Kindergarten im ersten Stock führt, ist gekonnt in den Hang integriert. Das stark abfallende Gelände oberhalb des Gebäudes bietet kleinen Abenteurern viele Gelegenheiten sich auszutoben.

Der Architekt freut sich über die konstruktive Zusammenarbeit und lobt seinen Bauherren: „Den Bauverantwortlichen seitens der Gemeinde ging es beim Begriff der Nachhaltigkeit nicht um ein Lippenbekenntnis, sondern um vorbildliche Zukunftsverantwortlichkeit, die bis ins Detail umgesetzt wurde. Es ist unglaublich, wie viel Fachkompetenz und Weitblick in den Gemeindegremien versammelt ist und mit welchem Einsatz sich die Einzelnen für das Gemeinwohl engagieren ...“

Im Kindergarten wurde alles in Fichte aus dem gemeindeeigenen Wald errichtet: Tragwerk, Dachstuhl, Bodendielen, Hängedecke, Wandverkleidung, Fenster, Türen und fast alle Möbel. Eine konsequentere lokale Wertschöpfung ist kaum möglich! Zwischen der im Inneren sichtbaren Massivholzwand von 22 cm Dicke und der Außenverkleidung in Strickbau von 8 cm stehen drei Schichten Holzfaserplatten mit insgesamt 34 cm Dicke. Dieser kompakte Holzwandausbau ist absolut Leimfrei. Die Erdgeschossdecke aus Beton und die Massivholzdecke zum hinterlüfteten Dachboden sind genauso gut isoliert, sodass die Gebäudehülle den Anforderungen des Passivhausstandards entspricht. Auch energietechnisch ist der Bau, der mit Fernwärme aus Holzschnitzel geheizt wird, tugendhaft. Gibt es noch etwas zu wünschen? Nur, dass auch größere Gemeinden diesem vorbildlichen Beispiel folgen und beim Errichten von öffentlichen Bauten öfter zu Holz mit einem konsequent nachhaltigen Planungskonzept greifen.

Weitere ausführende Firmen

  • Tragwerksplanung: Ing. Roland Mayrhofer Planungs-GmbH , 6830 Rankweil

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